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„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 95
Der Nebel ist ein wenig gelüftet Die Diskussion um das Hallenbad ist übersichtlicher geworden, der Nebel der quälenden Ungewissheit ist ein wenig gelüftet worden.
Die hochtrabenden Pläne von einem kommerziellen Schwimmbad neben dem Barbarossa-Freibad sind vom Tisch, jetzt geht es um die Frage, in welchem Maße das Hallenbad an seinem gegenwärtigen Standort zukunftsfähig gemacht werden kann. Dies wird wahrscheinlich in vernünftigen Etappen geschehen. Zunächst gilt es einmal, die Deckensanierung voran zu treiben, damit das Bad garantiert auch über den März 2010 hinaus seine Pforten geöffnet halten kann. Danach werden die Mitglieder des Zweckverbands darüber zu entscheiden haben, wie eine Modernisierung vorgenommen werden kann. Bis dahin wird noch sehr viel Wasser die Kinzig in Richtung Hanau fließen.
Es gehört leider zu den Umständen unserer Sportart, dass wir auf öffentliche Bäder für unseren Trainings- und Übungsbetrieb angewiesen sind und damit ungewollt in eine Konkurrenzsituation zu Badegästen geraten, während andere Sportarten kommunale Sportstätten ohne Publikumsverkehr nutzen können. Als wäre dies als Wettbewerbsvorteil nicht schon genug, können diese Vereine auch kostenfrei die Hallen „beleben“ währen der SVG hohe Gebühren für die Nutzung des Hallenbades zahlen muss.
Aber völlig Gerechtigkeit gibt es nicht. Freuen wir uns darüber, dass wir mit zwei Mannschaften in der Zweiten Bundesliga starten und mit Josef Stadler einen aktuellen doppelten Masters-Europameister in unseren Reihen haben. Das ist ein erfreuliches Alleinstellungsmerkmal. Man kann eben nicht alles haben... Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 94
Es geht um die Existenz Um das Hallenbad des Zweckverbands in Gelnhausen ist eine Diskussion entbrannt, an deren Ende die Existenzfrage nicht nur für den SVG, die DLRG, die Taucher, sondern vor allem für das Schulschwimmen stehen könnte. In den Gremien werden zwei Alternativen beraten. Die Modernisierung des gegenwärtigen Hallenbades am gegenwärtigen Standort und eine kombinierte Hallen-Freibadversion am Standort des Freibades mit stärkerem „Wellness“-Charakter. Für die zweite Lösung würde ein privater Betreiber bereit stehen.
Natürlich erhoffen sich die Verantwortlichen in den Rathäusern der Zweckverbands-Mitgliedskommunen von einer solchen Lösung eine Entlastung ihrer Haushalte. Das ist legitim. Doch selbst, wenn diese eintreten sollte, wäre unter Umständen der finanzielle Vorteil durch soziale Nachteile erkauft. Denn ein privater Badbetreiber lebt davon, dass er einen Gewinn erzielt, aber dieser Gewinn muss durch Eintrittsgelder erwirtschaftet werden und lässt wenig Spielraum für soziale Komponenten gegenüber den Schulen, den Vereinen und den vielen Schwimmerinnen und Schwimmern (z. B. viele Rentner und Familien mit Kindern), die sich hohe Eintrittsgelder nicht leisten können.
So muss die aktuelle Diskussion über die Zukunft eines Hallenbades in der Region nicht nur unter materiellen Gesichtspunkten, sondern in hohem Maße unter sozialen und gesellschaften Aspekten geführt und entschieden werden. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 93
Nachwuchsförderung einmal anders ... Das moderne, familien- und sportfreundliche Barbarossabad hat in dieser Saison viele sonnige Tage und dadurch auch gute Besucherzahlen erlebt. Und man muss der Chefin Rachel Moody und ihrem Team das große Kompliment machen, dass sie souverän und problemlos das Bad blendend in Schuss halten, die Sicherheit der Badegäste bestens gewähren und für Ordnung sorgen. Der große Zuspruch zeigt, dass Schwimmbäder wichtige „Gesundheitbrunnen“ und soziale Einrichtungen darstellen, die von allen Schichten und Gruppen der Bevölkerung angenommen werden, und beiliebe nicht nur Sportstätten sind, die dem Schwimmverein zur Verfügung stehen.
Mit großer Trauer mussten alle schwimmbegeisterten Bürgerinnen und Bürger die Nachricht vom Tod des langjährigen beliebten Schwimmmeisters Klaus Nickelmann zu Kenntnis nehmen. Ihm hat der SVG vieles zu verdanken.
Auch im Vereinsleben liegen oft Schatten und Licht sehr nahe beieinander. Freudige Ereignisse bringen die SVG-Mannschaften nicht nur in Wettkämpfen zustande, sondern sie sorgen auch im privaten Bereich für freudige Anlässe. So bereiteten Grit Heeger und Christof Kittler zunächst uns allen mit einer echten Schwimmer-Hochzeit große Freude, und dann bescherten sie uns mit ihrem kleinen Ole den zukünftigen Schwimm-Nachwuchs.
Schwimmer-Ehepaar Meike und Thorsten Barchet haben sogar mit Zwillingen nicht nur die Familie, sondern auch den SVG mit Nachwuchs bereichert.
Diese Ereignisse sind durchaus zur Nachahmung empfohlen, und sie stellen eine etwas andere, originelle Nachwuchs-Förderung dar. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 92
Düstere Wolken... Während sich der SVG sportlich und wirtschaftlich in einer sehr guten Situation befindet und wir uns auf einem guten Zukunftsweg befinden, ziehen von außen dunkle Wolken am Horizont auf.
Das Hallenbad hat einen gewaltigen, Millionen Euro teuren Dachschaden, der umfassend saniert werden muss. Wenn man mit bedenkt, dass sowohl die Duschanlagen, die Haartrockner oder auch die sanitären Einrichtungen, um nur einiges zu nennen, dringend überholungsbedürftig sind, dann ergibt sich ein erheblicher Investitionsbedarf für das familienfreundliche gut besuchte Bad.
Bis zum Sommer wurde die Garantie gegeben, dass es keine Schließung geben wird. Die weitere Zukunft steht aber zunächst erst einmal in den Sternen. Das betrifft die vielen schwimmbegeisterten Bürgerinnen und Bürger aus der Region, das betrifft die vielen Schüler, und es betrifft existenziell über 700 Kinder und Jugendliche des SVG, inclusive zweier Bundesliga-Mannschaften, der Triathleten und der Wasserspringer.
Alternativen gibt es einige, und es muss bald eine Entscheidung getroffen werden, wie es weiter gehen soll. Sanierung des Bades, Neubau oder die durchaus reizvolle Variante, das Freibad so umzurüsten, dass es ganzjährig zu benutzen ist, das sind die denkbaren Möglichkeiten.
Eine sportliche Region ohne Hallenbad wäre eine Schreckensvision. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 91
Wir stehen am Ende eines guten Jahres für den SVG Sportlich sind wir in blendender Verfassung, wobei die beiden Mannschaften in der Zweiten Bundesliga nur die Spitze der Erfolge und Leistungen darstellen.
Für unsere zukunftsorientierte Zusammenarbeit mit Kindergärten haben wir im Biebricher Schloss in Wiesbaden feierlich den Oddset-Zukunftspreis erhalten.
Das sind nur zwei von vielen Beispielen, dass sich der Verein, der ausschließlich ehrenamtlich organisiert und geführt wird, Tag für Tag bewährt.
Ich möchte am Ende dieses Jahres allen ganz herzlich danken, die sich an den verschiedensten Stellen, in unterschiedlichen Funktionen und Positionen für den SVG ins Zeug legen, ihre Freizeit einsetzen, sich uneigennützig engagieren. Ob Vorstandsmitglieder, Trainer, Übungsleiter, Junior-Team oder die Eltern, die mit anpacken – alle sind die Garantie dafür, dass der Schwimmverein Gelnhausen im sportlichen, im sozialen un d im gesellschaftlichen Bereich einen guten Namen hat, dass der SVG eine angesehene Adresse in unserer Stadt, im Kreis und im Bereich des Hessischen Schwimmverbands ist.
Dies ist nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis von Arbeit, Koordination und Spaß am Einsatz für andere. Allerdings lässt es sich auch nicht übersehen, dass es immer schwerer wird, Mitstreiter(innen) für diese ehrenamtliche Arbeit zu finden. Viele im Vorstand können ein trauriges Lied davon singen.
Ich wünsche uns, dass die Zahl derer, die fragen, „Was kann ich für unseren Verein tun?“, größer wird und dass die Zahl derer, die fragen, „Was kann der Verein für mich tun?“, etwas abnimmt.
Auf ein gutes Jahr 2008. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 90
Traditionsbewusst und modern Der Schwimmverein Gelnhausen ist ein moderner Verein, der gleichzeitig jedoch seine Tradition pflegt und bewahrt.
An zwei Beispielen lässt sich dies sehr deutlich zeigen: Sie halten heute die 90. Ausgabe der Vereinszeitschrift „Die Schwimmbrille“ in Händen, die seit 1977 ohne Unterbrechung erscheint.
Aus einfachen, „handgestrickten“ Anfängen hat sie sich zu einer professionellen, zeitgemäßen Informationsschrift entwickelt und liefert seit 30 Jahren den über 1200 SVG-Mitgliedern Nachrichten und Berichte aus dem Vereinsleben. Das ist eine stolze Leistung, die nicht selbstverständlich ist.
Das andere Beispiel ist der seit 1964 bestehende freundschaftliche Kontakt mit den Schwimmern aus Nevers.
Auch diese deutsch-französische Sport-Freundschaft ist nie abgerissen, und so kommen die Wassersportler aus Burgund jetzt zur 44. Begegnung in die Barbarossastadt.
Ich kenne kaum einen Verein, dem es gelungen ist, über einen Zeitraum von 30 Jahren kontinuierlich seine Mitglieder durch eine eigene Zeitschrift zu informieren, und ich kenne kaum einen Verein, der über 43 Jahre enge Bande mit einem Verein im Ausland unterhält.
Diese beiden Leistungen sind das Ergebnis von Traditionsbewahrung und moderner Vereinsarbeit.
Darauf sind wir wirklich stolz. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 89
Gut in Form
Der Schwimmverein Gelnhausen ist gut in Form.
Das gilt für den sportlichen Bereich ebenso wie für die Finanzsituation und die erfreulich hoch motivierte Trainer- Übungsleiter- und Mitarbeiter-“Truppe“. Es ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines unglaublichen ehrenamtlichen Engagements, wenn ein Verein in dieser Größenordnung so reibungslos, unaufgeregt und problemlos Tag für Tag beweist, dass er offensichtlich für seine rund 1300 Mitglieder attraktiv ist.
Mit der Einrichtung eines Freiwilligen Sozialen Jahres, das Sabine Möck mit tollem Einsatz ausübt, ist es dem SVG auch gelungen, Angebote vor allem im Grundschulbereich zu unterbreiten, die die nahtlos an die Zusammenarbeit von Erika Bill mit Kindergarten-Kindern anschließt und sie ergänzt.
Damit erweitert unser Verein seine Angebotspalette und wird zu einem anerkannten Partner des staatlichen und des kommunalen Bildungsauftrags.
Und so ganz nebenbei arbeiten engagierte und tatkräftige Vorstands- und andere Mitglieder als Handwerker bei der Modernisierung der Küche und der Grundsanierung des Friedhelm-Rudolf-Clubheims.
Vereinsarbeit ist spannend und vielseitig, und meistens macht sie auch richtig Spaß. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 88
Auf ein gutes Neues! Wir stehen am Ende eines spannenden Jahres, das auch für unseren Verein viel Bewegung mit sich brachte.
Bei den Wettkampf-Mannschaften ist die Bewegung eindeutig auf einen langsamen, konsequenten Generationswechsel ausgerichtet. Es gibt Bewegung im Vereinsleben mit Neuerungen wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr und spürbaren finanzieller Konsolidierung nach den Einbußen durch die lange Schließung des Freibades.
Am Jahresende steht der SVG insgesamt in guter Verfassung da.
Ich möchte daher allen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Freunden im Vorstand, den Trainern und Übungsleitern ganz herzlichen Dank sagen.
Sie haben es auch in diesem Jahr wieder geschafft, durch ihren Einsatz, ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Freude, mit und für andere ihre Freizeit einzusetzen, dass der Verein mit seinen rund 1300 Mitgliedern ein sportlich und gesellschaftlich anerkannter Faktor in der Region ist.
Ich finde es bewundernswert, wie es immer wieder gelingt, das Vereinsschiff so gradlinig auf Kurs zu halten. Daran beweist sich ein funktionierender Club.
Auf ein gutes Neues Jahr 2007, allen Mitgliedern, Freunden, Förderern und den aktiven Helfern.
Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 87
Liebe Leserinnen, liebe Leser, als ich im Jahre 1964 mit dem Schwimmverein Gelnhausen als Jugendlicher zum ersten Mal nach Frankreich fuhr, um die Gelnhäuser Partnerstadt Clamecy und unsere „Schwimm-Partnerstadt“ Nevers zu besuchen, war ich wie alle „Pioniere“ dieser Reise äußerst aufgeregt.
So gut wie keine Französisch-Kenntnisse, keine Ahnung von den Eigenarten
und Besonderheiten der französischen Küche, des dortigen Lebens, der Gewohnheiten startete ein Bus voller Jugendlicher mit dem damaligen SVG-Vorsitzenden und Motor der Verbindung, Ferdinand Schmitt, und mit Trainer Friedhelm Rudolf gen Westen. Die Fahrt und der Aufenthalt in Burgund wurden zu einem Erlebnis der Sonderklasse.
Für die meisten von uns war dies die erste Reise über die deutsche Grenze. Es gab meistens wesentlich mehr Interessenten, als Plätze im Bus zur Verfügung standen. Und dies galt im umgekehrten Falle auch für unsere Freunde in Nevers.
Dies hat sich 42 Jahre später dramatisch verändert. Es besteht kaum noch Interesse bei den Jugendlichen des SVG wie des CNN, diesen deutsch-französischen Jugendaustausch mit Leben zu erfüllen.
Die Anmeldungen für die Fahrt 2006 liefen schleppend an, und lange Zeit stand es auf der Kippe, ob der seit über vier Jahrzehnten ununterbrochen bestehende Kontakt nicht abreißen würde.
Jetzt fährt eine kleine Schar im Juli wieder nach Nevers. Das Ende der Partnerschaft ist noch einmal abgewendet. Aber es hat sich viel verändert in der Zwischenzeit, sehr viel. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 86
Liebe Leserinnen, liebe Leser, der SVG hat gegenwärtig die höchste Mitgliederzahl seiner 82-jährigen Geschichte, und die Warteliste ist noch sehr lang. Aber da die Kapazitäten im Hallenbad völlig erschöpft sind, müssen wir leider vielen Interessenten sagen, dass sie etwas Geduld haben müssen.
Eigentlich ist dies ein sehr gutes Zeichen. Wir stehen sportlich mit zwei Teams in der 2. Bundesliga und vielen erfolgreichen Nachwuchs-Schwimmern bestens da. Nachdem wir durch die Jahre der Freibad-Schließung finanziell arg gelitten haben, sind wir jetzt wieder auf einem guten Fundament…
Das war nicht selbstverständlich. Wir haben einen strikten Sparkurs eingeschlagen und alle Verantwortlichen haben sehr diszipliniert daran mitgewirkt.
Der Vorstand hat jetzt in einer Sondersitzung an einem Sonntag die Finanzsituation des SVG intensiv diskutiert. Dabei sind auch Ideen entwickelt worden, wie wir unter anderem zu verlässlichen Einnahmen kommen können.
Dies ist wichtig, weil die öffentlichen Kassen leer sind und auch die Spendenfreudigkeit nachgelassen hat. Daher wollen wir durch die Neuauflage des Sponsoren-Schwimmens, durch Bus-Patenschaften und durch regelmäßige Kleinspenden versuchen, unsere Vereinskasse aufzubessern. Dies geht durch die Hilfe vieler Unterstützer. Auf diese bauen wir in unserer ehrenamtlichen Arbeit. Ich bin sicher, dass wir dabei ebenso erfolgreich sein werden wie unsere Sportler. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 85
Liebe Leserinnen, liebe Leser, die ehrenamtliche Mitarbeit in unserem Verein ruht weitestgehend auf drei Säulen. Da sind zum einen die Eltern, die sich engagieren, weil ihre Kinder aktiv im Verein mitwirken und deren Engagement auch meistens dann endet, wenn ihre Kinder - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr schwimmen. Da sind zum zweiten diejenigen Eltern, die trotzdem dabei bleiben, obwohl sich ihre Spösslinge vom aktiven Schwimmsport verabschiedet haben. Die dritte Kategorie sind die ehemaligen Aktiven, die sich entschlossen haben, auch nach ihrer Karriere weiter mitzuarbeiten und dem Verein vielleicht etwas von dem zurückzugeben, was sie zuvor selbst erhalten haben.
Alle drei Gruppen sind für die Existenz eines Vereins mit 1200 Mitgliedern goldwert.
Im Vorstand des Schwimmvereins Gelnhausen überwiegen gegenwärtig die „Ehemaligen“, die aus dem Schwimmsport kommen und ihm in anderer Funktion auch treu geblieben sind.
Sie bilden zusammen mit den Vorstandsmitgliedern, die andere Motive für ihr Engagement haben, eine gute Mischung, die dafür sorgt, dass immer verschiedene Aspekte, Blickwinkel, Interessenlagen und Meinungen berücksichtigt werden. Das soll so bleiben. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 84
Eltern... In keiner Statistik, die Auskunft über Vereinsaktivitäten und Vereins-Mitarbeiter gibt, kommen die Eltern vor. Dabei sind sie für einen Verein zunehmend ein wichtiger Faktor. Sie fahren ihre Kinder zum Training, zu Wettkämpfen und helfen, wo Not am Mann ist.
Ein beweiskräftiges Beispiel ist die traditionelle Kuchen-Theke, die es beim SVG immer dann zu bewundern gibt, wenn wir Ausrichter von Veranstaltungen sind. Da biegen sich die Tische, weil viele Eltern sich bereit erklären, Kuchen zu backen oder zu spenden. Dies geschieht ganz freiwillig, ohne Druck und Zwang und ist ein Zeichen einer funktionierenden aktiven Gesellschaft auf Vereinsebene. Ich möchte im Namen des Schwimmvereins Gelnhausen allen Eltern und Helfern danken, die es möglich gemacht haben, dass wir bei den Bezirksmeisterschaften nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch einen so guten Eindruck hinterlassen haben. Wir waren anerkannte, positive Gastgeber für die Clubs aus dem größten hessischen Schwimm-Bezirk, und das soll auch unser Markenzeichen bleiben.
Dies ist die eine Seite. Es gibt allerdings auch die größere Zahl von Eltern, die ein anderes Verhältnis zu dem Verein ihrer Kinder haben, indem sie mehr zu einer Dienstleistungsmentalität neigen. „Mein Kind ist ihr Kunde, sie müssen das machen“, sagte vor kurzem eine Mutter zu mir. Mein Erklärungsversuch, dass alle Mitarbeiter im Vorstand und im Übungsbetrieb ihre Aufgabe ehrenamtlich, neben dem eigentlichen Beruf erfüllen, kam nur bedingt an.
Wie gesagt, Eltern kommen in keiner Vereins-Statistik vor, und sie lassen sich nicht über einen Kamm scheren. Wir freuen uns auf jeden Fall über die zahlreichen fleißigen Helferinnen und Helfer, die ohne Amt einfach da sind, uns unterstützen und so zum Leben eines aktiven Vereins beitragen. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 83
2004 - Unser Geburtstagsjahr ist vorüber... Es war sportlich und gesellschaftlich ein großer Erfolg. Die Männer bleiben souverän in der 2. Bundesliga, die Frauen hatten den Fuß bereits in der Bundesliga-Tür und hoffen immer noch, dass durch eine regionale Veränderung der Einzug klappen wird. Bei den Jugend- und Nachwuchsmannschaften sind wir auf einem guten Weg, die Springer machen dem Verein alle Ehre und die Triathlon-Abteilung hat sich zu einer selbstbewussten Gruppe im Traditionsclub entwickelt.
Die Wahl unseres Frauen-Teams zur „Mannschaft des Jahres“ im gesamten Main-Kinzig-Kreis war eine tolle Anerkennung für diese Equipe, die sich vorbildlich aus jungen Zukunftshoffnungen und erfahrenen Schwimmerinnen mit einer „chlor-reichen“ Erfolgs-Vergangenheit zusammen setzt.
Für einen Vorsitzenden ist es ein schönes Gefühl, mit solchen aktiven Sportlerinnen und Sportlern, aber auch mit einer solchen „Truppe“ bei den Trainern, Übungsleitern und Vorstandsmitgliedern arbeiten zu können. Das macht eben einen Verein aus, dass dies alles freiwillig, ehrenamtlich geschieht.
Ein großes Lob gilt aber auch vielen Eltern, die in kein Amt gewählt sind, sondern die sich für ihre und für fremde Kinder einsetzen, Fahrdienste übernehmen, mit helfen und ihre Freizeit opfern. Dafür sage ich allen meinen herzlichen Dank.
Der Schwimmverein Gelnhausen ist auch in seinem 81. Lebensjahr in guter Verfassung. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 82
Freude und Betrübnis im Geburtstagsjahr Unser Geburtstagsjahr geht langsam zu Ende. Wir haben mit dem erfolgreichen Ball in der Gelnhäuser Stadthalle ein gesellschaftliches Glanzlicht gesetzt, das durch eine Ausstellung mit Bildern aus der Vereinsgeschichte noch ergänzt wird.
Sportlich wurden wir sowohl als Veranstalter von Meisterschaften und dem DMS-Bundesliga-Durchgang unserer bekannten Rolle als professionelle Ausrichter von Groß-Ereignissen erneut gerecht.
Aber das schönste Geburtstagsgeschenk haben uns die drei Teams im Wettbewerb der Deutschen Mannschafts-Meisterschaften (DMS) gemacht. Die 2. Bundesliga-Truppe ist über sich hinausgewachsen, die Damen haben sich in den Dunstkreis eines möglichen Aufstiegs in die 2. Bundesliga geschwommen, und die Herren der 2. Mannschaft werden auch in der neuen Saison unbekümmert in der Oberliga starten. Das zeigt, dass die Moral und der Trainingsaufbau beim SVG momentan bestens funktionieren.
Ein schwerer Schlag ist die Erkrankung von Erna Eichmann, die nicht nur als erfolgreiche Senioren-Schwimmerin unersetzlich ist, sondern auch als Übungsleiterin für die vielen Gesundheitsangebote (Rückenschule, Wassergymnastik) und die umfangreichen Kurse für Schwimmanfänger. Ihr Ausfall trübt die Freude am 80. Geburtstag des SVG.
Wir wünschen ihr gute Genesung. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 81
Das moderne Gelnhäuser Barbarossa-Bad ist eingeweiht Das war ein rauschendes Fest, bei dem einfach alles stimmte. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, die Schwimmer boten Wasserballett der Extra-klasse, die Schwimmerinnen präsentierten wie echte Models die Badekleidung, im SVG-Heim bogen sich die Tische vor Kuchen, den fleißige Eltern gebacken hatten und für die Jugendkasse verkauften.
Diese Party entschädigte die gebeutelten Mitglieder des SVG für drei qualvolle Jahre ohne Freibad.
Nur einen großen Wermutstropfen hatte diese ausgelassene Feier:
Friedhelm Rudolf, dessen sehnlichster Wunsch es war, dieses neue Schwimmbad zu erleben, starb wenige Tage zuvor.
Die Stadt Gelnhausen besitzt jetzt ein nagelneues, familienfreundliches Bad, das mit vielen Hoffnungen verbunden ist, wir widmen diese Hoffnungen auch dem Andenken an unseren Freund Friedhelm. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 80
Geschafft ! Das Jahr 2004 fängt für den SVG gut an.
Seit der Gründung des Vereins sind 80 Jahre vergangen, und wir wollen dieses Ereignis in guter Verfassung gebührend feiern.
Gründe zum Feiern gibt es genug. Wir sind trotz unseres „hohen Alters“ ein
moderner Verein mit 1200 Mitgliedern, sportlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreich und anerkannt. Seit 40 Jahren besteht ein intensiver, freundschaftlicher Kontakt mit dem Club Nautique de Nevers in Frankreich, der in diesen vier Jahrzehnten nie abgerissen ist.
Im Juli startet eine Delegation mit Jugendlichen in die Stadt in Burgund. Und endlich nach drei harten Jahren wird das neue Freizeit-, Familien- und Sportbad in Gelnhausen wieder eröffnet. Die Durststrecke für den SVG, aber auch für die vielen schwimmfreudigen Bürger, die nicht im SVG Mitglied sind, ist dann zu Ende.
Wir werden uns an der Eröffnungsfeier gebührend beteiligen. Wir planen ein eigenes Schwimmbadfest, zum sportlichen Auftakt werden die Süddeutschen Meisterschaften der Wasserspringer, die Hessischen Masters-Meisterschaften, die
Hessischen Meisterschaften mit Olympiateilnehmern sowie der Bundesliga-Durchgang (DMS) mit unserem Herren-Team in Gelnhausen stattfinden. Dazu kommt ein „Schwimmerball“ am 11. September, den der SVG zusammen mit dem Tanzsportclub Barbarossa veranstaltet.
Das sind nur die Highlights des Geburtstagsjahres, denn die täglichen Angebote für die vielen Hundert Kinder und Jugendlichen, die zur Attraktivität des SVG zählen, werden von den ehrenamtlichen Übungs-leitern und Trainern nach wie vor fortgeführt.
Der SVG ist gerüstet für das Jahr 2004, auch wenn er schon 80 Jahre auf seinem Buckel hat. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 79
Ehrenamt und Individualisierung Hinter uns liegt ein Super-Sommer mit Temperaturen um die 40 Grad, leider wieder ohne Schwimmbad. Bei der Diskussion der Stadtverordneten über die Ausstattung der Dauer-Baustelle vertraten einige Abgeordneten die Auffassung, dass es doch das Hobby der Schwimmer sei zu schwimmen, so dass der SVG auch selbst für die Kosten für die notwendigen Voraussetzungen eines wettkampfgerechten Bades, wie Wendebleche, Sprungbretter, aufkommen sollten. Nun kann in einer Demokratie jeder (fast) denken und sagen, was er will. Aber kennzeichnend ist diese Mentalität in einer egoistischen Dienstleistungsgesellschaft schon.
Da sind beispielsweise französische Schwimmer beim SVG. Dieser Kontakt besteht ohne Unterbrechung seit 40 Jahren. Wer macht sich da eigentlich einmal Gedanken, was dies an ehrenamtlicher Arbeit bei der Vorbereitung und der Durchführung des Programms, der ständigen Betreuung der Gäste, des Einkaufens, Planens und Organisierens bedeutet ? Kritik zu üben ist leichter. Katharina Volz könnte ein Lied davon singen.
Da setzt sich Erika Bill an den Computer und gibt Zeile für Zeile alle Mitglieder ein und erstellt in monatelangerArbeit eine perfekte SVG-Liste.
Wer bekommt dies mit ? Das sind nur zwei Beispiele für ehrenamtliche Arbeit, die
niemand bezahlt, und die in der Freizeit für andere geleistet wird. Selbst schuld, werden viele sagen.
Aber nur so funktioniert eine Gesellschaft.
Die Diskussion um die Bezahlbarkeit unseres Systems eines Sozialstaates hat ihre Wurzeln in den Ansprüchen derer, die sich „individualistisch“ in den Mittelpunkt stellen. Vereine brauchen die viel belächelten Ehrenamtler.
Die deutsche Sprache hat ein schönes Wort: „Dankeschön“. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 78
Hoffnung... Es ist vermutlich leichter, einen begeisterten Fleischesser zum Vegetarier werden zu lassen, als einen erfolgreichen Schwimmverein über drei Jahre ohne Schwimmbad arbeiten zu lassen.
Ich sage nach dieser langen „Durststrecke“ für den SVG mit Stolz: „Wir haben es mit großer Anstrengung und der Arbeit vieler treuer und engagierter Mitglieder geschafft!“ Jetzt könnte ein Lichtblick am dunklen Horizont erscheinen.
Während der Sportler-Ehrung der Stadt Gelnhausen verkündete Bürgermeister Michaelis, dass es noch vor Ostern (Gemeint ist hoffentlich 2003) den Baubeginn für das Barbarossa-Freibad geben werde.
Das wäre der Zeitpunkt, in dem zum ersten Mal in diesem kommunalpolitischen Trauerspiel um das Freibad eine Perspektive für die schwimmbegeisterten Bürger und auch für den SVG zu erkennen wäre.
Der Schwimmverein Gelnhausen 1924 e.V. geht in das 80. Jahr seines Bestehens und hat in dieser Zeit schon viele Klippen umschiffen müssen. Aber für einen Club mit über 1300 Mitgliedern, einer Bundesliga- und zwei Oberligamannschaften ist es lähmendes Gift, wenn die dringend benötigte Trainings- und Wettkampfsttäte einmal so drei Saison-Termine dicht macht.
Sportler leben von der Hoffnung. Unsere hat jetzt Nahrung bekommen. Wir warten auf die Bagger auf dem gegenwärtig wüstenähnlichen Freibadgelände. Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 77
Auf ein gutes Neues Der Schwimmverein Gelnhausen steht sportlich prächtig da.
In dieser Ausgabe, die einen Sonderteil über die Deutschen Mannschafts-Meisterschaften enthält, wird dies deutlich. Hinzu kommt, dass sich auch im gesellschaftlichen Bereich („Ball des Schwimmsports“) und für die Kinder und Jugendlichen („Halloween“, Nikolaus-Schwimmen) vieles Positive tut.
Da ist es für die vielen ehrenamtlichen ÜbungsleiterInnen und MitarbeiterInnen, die Tag für Tag durch ihre Arbeit den Verein aufrecht erhalten, schon sehr ärgerlich, wenn sich die äußeren Rahmenbedingungen derart nachteilig gestalten.
Wieder ist ein Jahr vorüber, und die Aussichten, im Sommer 2003 ein funktionstüchtiges, modernes Freibad in Gelnhausen zu haben, sind nicht rosig. Ich möchte als Vorsitzender des SVG allen idealistischen „Funktionären“ und Mit-Streitern ganz herzlich dafür danken, dass sie sich nicht beunruhigen lassen und unverdrossen das Vereinsschiff auf Kurs halten.
Gerade in solchen schwierigen Situationen, die vom Verein nicht selbst verschuldet sind, beweist sich ein funktionierender Club.
Auf ein gutes Neues Jahr 2003, allen Mitgliedern, Freunden, Förderern und aktiven Helfern.
Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 76
Trauerspiel Wieder ist ein Sommer vorüber, in dem über das neue Gelnhäuser Freibad ausschließlich geredet wurde.Die Aussichten, im Jahre 2003 in ein modernes, familienfreundliches Schwimmbad gehen zu können, schwinden von Tag zu Tag. Es gab zwar einen Grundsatzbeschluss des Stadtparlaments, aber jetzt wollen sich einige Fraktionen nicht mehr so recht daran erinnern, dass sie sich ursprünglich einmal für eine Konzeption klar ausgesprochen hatten.
Die Leidtragenden dieses Trauerspiels sind alle Bürgerinnen und Bürger, die sich im Sommer in einem freundlichen Schwimmbad erholen möchten, vielleicht auch, weil ihnen ein aufwendiger Urlaub zu teuer ist. So fahren viele Gelnhäuser weiter nach Gelnhausen-Roth, Wächtersbach, Birstein, Büdingen oder Langenselbold und träumen davon, auch in ihrer Heimatstadt wieder einmal das „Schwimmen vor der Haus-türe“ erleben zu können.
Dabei wollen wir gar nicht davon reden, dass es in Gelnhausen einen äußerst erfolgreichen Schwimmverein gibt, der mit den Männern, die ausschließlich Eigengewächse sind, in der Zweiten Bundesliga und mit den Frauen in der Oberliga schwimmt.
Gab es da nicht einen Fall in einer benachbarten Großstadt, wo viele halb-staatliche Institutionen mit Darlehen und Bürg-schaften sehr großzügig und spendabel verfuhren?
Die Lehre ist deutlich: Der SVG ist nicht die Eintracht, und Frankfurt ist nicht Gelnhausen.
Ihr Rolf Müller

„DIE SCHWIMMBRILLE“ Nr. 75
Wie neu gebohren! Liebe Leserinnen, liebe Leser, Sie halten das erste Exemplar der alten „Schwimmbrille“ im neuen Gewand in Ihren Händen. Damit geht eine Ära zu Ende, die vor 25 Jahren mit einer recht primitiven Vereinzeitung begann.
Doch schon 1977 wurde eine neue Zeitrechnung in unserem expandierenden Verein eingeleitet. Denn zuvor wurden „Rundschreiben“, die der damalige Vorsitzende Ferdinand Schmitt eigenhändig auf der Schreibmaschine verfasste, von aktiven Schwimmern an die Mitglieder verteilt.
So ist das Erscheinungsbild und der Verteilungsweg unserer Vereinspostille auch in gewisser Weise ein Spiegelbild des modernen Wandels. Ein Verein mit über 1250 Mitglieder braucht zeitgemäße Informationsmedien und zeitnahe Dienstleistungen.
Seit langem waren wir bei der kds, die unsere „Schwimmbrille“ druckte und versandt, ein milde belächeltes Fossil.
Die Herstellung der Zeitschrift war aufwendig, eben altmodisch. Erst wurde der Text auf Schreibmaschine geschrieben, dann wurde das Manuskript per Post nach München geschickt. Dann kam es auf Druckfahnen – per Post – an die Redaktion. Danach wurde das Gedruckte auf Seiten aufgeklebt und wieder – per Post – nach München geschickt, von wo es aus an die Mitglieder und – hoffentlich – Leser versandt wurde.
Jetzt wird das Produkt digital erstellt, was Zeit, Aufwand und Kosten spart. Die Moderne hat eine weitere Aufgabe unserer Vereinsarbeit erreicht. Viel Spaß beim Lesen der neuen, alten „Schwimmbrille“.
Ihr Rolf Müller
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